[Rezension] Kleine Biene Hermine, wo bist du zu Haus?

Inhalt
Die kleine Wollbiene Hermine lebt auf einer wunderbar bunten Blumenwiese, zusammen mit vielen anderen kleinen und großen Tieren. Alles scheint wunderbar und die Biene Hermine freut sich schon, ihre Kinder auf der Wiese großzuziehen – der optimale Lebensraum für Bienen. Doch plötzlich kommen Menschen mit ihren Baggern und Geräten und machen den Wald und die Wiesen platt. Die Tiere und auch Hermine müssen von jetzt auf gleich ihre gewohnte Umgebung verlassen und fliehen. Die kleine Wollbiene steht nun vor dem Nichts – wo soll sie bloß hin, um ihre zukünftigen Kinder großzuziehen? Also begibt sie sich auf einen langen und beschwerlichen Weg nach einem neuen Zuhause. Doch überall stößt sie auf Ablehnung und erst bei einem Rapsfeld scheint sie ihr neues Zuhause endlich gefunden zu haben. Aber leider drohen auch dort wieder Gefahren durch die Menschen…

Meine Meinung
Bei dem Buch rund um die kleine Biene Hermine handelt es sich um ein erzählendes Sachbilderbuch, in dem die Geschichte der niedlichen Wollbiene erzählt wird. Bevor die Geschichte losgeht, erfahren die kleinen Leser erst einmal etwas über Wollbienen – eine Wildbienenart. Auf einer doppelseitigen Informationsseite befindet sich in der Mitte eine realitätsnahe Zeichnung einer Wollbiene und darum herum sind einzelne kleine Textabschnitte mit nützlichen und interessanten Informationen verstreut. Hier erfahren die Kinder einiges über die körperlichen Besonderheiten und das arttypische Verhalten dieser Wildbienenart.
Danach geht es mit der Geschichte los, in der zunächst das idyllische Leben der Biene und der anderen Lebewesen auf der Wiese dargestellt wird. Hier sind die Illustrationen sehr farbenprächtig, wirken aber weitestgehend natürlich. Die Bilder sind sehr detailliert, sodass für die Kinder viel zu entdecken ist. Auch für kleinere Kinder sind die Bilder schon gut geeignet, um gewisse Tiere kennenzulernen.

Erst als die Gefahr durch die Menschen kommt, werden die Bilder relativ dunkel und spiegeln so die Atmosphäre der Zerstörung und Verzweiflung wider. Die Menschen wirken bedrohlich, indem sie ebenfalls eher schwarz oder mit Kopfbedeckung dargestellt sind. Die Angst der Tiere wird durch deren Reaktion und Mimik sehr gut dargestellt und lädt Kinder dazu ein, sich in die Tiere hineinzuversetzen und darüber zu reden, wie sie sich wohl fühlen müssen.

Danach werden die Farben wieder heller und die Suche der Biene nach einem neuen Zuhause geht los. Sie kommt an die unterschiedlichsten Orte, wodurch Kinder auch einen Einblick in die unterschiedlichen Lebensräume und Lebensweisen von Bienen bekommen. Leider scheint die Biene nirgendwo willkommen zu sein und muss so immer weiter fliegen.
Die Biene Hermine als Hauptfigur in diesem Bilderbuch ist durch eine pinke Schleife auf den oft sehr detailreichen Bildern immer gut wiederzufinden. Sie wirkt nicht mehr so realistisch wie die Wollbiene auf der Informationsseite, sondern eher verniedlicht. Die Bilder sind auf jeden Fall sehr ansprechend und laden zum genauen Betrachten ein.

Die Geschichte selbst hat mir auch sehr gut gefallen. Sie ist auch sehr spannend, da die Suche nach einer neuen Heimat nicht einfach ist und gleichzeitig auch einige Gefahren lauern. Viel wichtiger ist aber, dass die Geschichte Kinder zu mehr Empathie gegenüber Bienen, aber auch anderen Tieren verhilft. Die Kinder werden darauf aufmerksam gemacht, dass durch die Menschen und ihr Verhalten viele Tiere aus ihren natürlichen Lebensräumen verjagt oder sogar durch Bagger, Gifte und Co. getötet werden. Daher werden sie durch die Geschichte aufgerufen, zumindest etwas für die Wildbienen zu tun, indem sie in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon gemeinsam mit den Eltern Lebensraum für Bienen schaffen. Hierfür gibt es am Ende des Bilderbuches eine Bastelanleitung für ein Wildbienenheim, das ohne viele Materialien hergestellt werden kann.

Insgesamt ein sehr gelungenes Bilderbuch, das auf spannende und informative Weise die Geschichte der kleinen Wollbiene Hermine erzählt und zum Nachdenken anregt. Daher bekommt das Buch von mir 5 Sterne und ein sehr zu empfehlen.

Das Bilderbuch stelle ich freiwillig und aus Überzeugung vor. Ihr erhaltet es u.a. hier.

Besondere Einsatzmöglichkeiten
Das Bilderbuch eignet sich hervorragend für den Einsatz in der Grundschule. Die Geschichte kann als Einführung in das Thema Bienen vorgelesen werden. Hier kann auch direkt das Vorwissen der Kinder mit einbezogen werden. Da das Buch thematisch das Problem behandelt, dass Wildbienen ihrer Lebensräume beraubt werden, können in den folgenden Unterrichtsstunden auch die Folgen des Bienensterbens für uns Menschen, andere Lebewesen und Pflanzen behandelt werden. Leider gibt es im Bilderbuch keine Informationsseite für Eltern und Lehrkräfte, auf der diese Themen etwas näher erläutert werden.
Außerdem könnte anhand der Anleitung am Ende des Buches im Sach- oder Kunstunterricht gemeinsam mit den Kindern ein Wildbienenheim für den Schulgarten gebastelt werden. Für die Kinder ist es bestimmt sehr motivierend, zu sehen, wie Wildbienen in ihrem selbstgebastelten Heim einziehen und leben.

Buchdetails
Autorin und Illustratorin: Andrea Reitmeyer – Herausgeber: JUMBO Verlag – Erscheinungsjahr: 2018 – Buchlänge: 36 Seiten – Altersempfehlung: ab 3 Jahren – ISBN: 978-3-8337-3815-9

Bildquelle: JUMBO Verlag

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