[Rezension] Thabo und Emma – Diebe im Safari-Park

Thabo ist euch vielleicht schon ein Begriff. Als Detektiv und Gentleman hat er in seiner Heimat Afrika schon so einige knifflige und spannende Fälle gelöst. Dabei hatte er oft Hilfe von seiner Freundin Emma. Nun gibt es für Lesestarter das erste Buch der neuen Reihe ‚Thabo und Emma‘, in dem es gleich ziemlich spannend wird.

Inhalt
Thabo und Emma sind gute Freunde und leben in einem Safari-Park in Afrika. Heute sollen sie Thabos Onkel helfen, die Safari-Tour mit zehn Touristen zu veranstalten. Dabei treffen sie neben einer Affenfamilie auch einen älteren Mann, der sein Handy sucht. Ob er es verloren hat? Thabo ist sich bald sicher: Da steckt die Diebesbande hinter, die die Polizei sucht. Und schon bald stecken er und Emma in einem spannenden Fall und geraten sogar in große Gefahr.

Meine Meinung
Ich habe bereits das erste Buch der Krimireihe Thabo – Detektiv & Gentleman von Kirsten Boie gelesen und war wirklich begeistert. Wer Kinderkrimis kennt, der weiß, dass irgendwann gefühlt ein Fall oder Buch dem anderen gleicht. Abwechslung gibt es nur selten. Daher war ich von dieser Reihe wirklich positiv überrascht. Nicht nur, dass sie in einer Gegend spielt, die sonst in Kinderkrimis eher selten ist – in einem Safari-Park in Afrika. Nein, auch die Fälle sind mal etwas anderes. Von Wilderei bis Entführung ist alles dabei.

Seit Juli diesen Jahres gibt es den ersten Band der Lesestarter-Reihe Thabo und Emma. Das Buch ist mit 64 Seiten wesentlich kürzer als die Bücher der Vorgängerreihe und somit optimal an die Bedürfnisse der Leseanfänger zugeschnitten. Vom Schwierigkeitsgrad ist es für Kinder, die die dritte Lesestufe erreicht haben, geeignet – d.h. ab Mitte der zweiten Klasse bis Ende der dritten Klasse. Aber was heißt3. Lesestufe genau? Der Satzbau ist einfach, d.h. es gibt vorwiegend einfache Sätze und vereinzelt auch Nebensätze. Die Sätze sind aber schon länger und daher auch fordernder. Die Seiten beinhalten schon recht viel Text, d.h. der Text überwiegt gegenüber der Bildebene.

Bilder sind nur auf einzelnen Seiten zu finden und wesentlich kleiner als in Büchern für schwächere Leser. Sie haben oft nur noch einen dekorativen Zweck und sind nicht mehr unbedingt dazu da, das Verständnis des Textes zu unterstützen. Die Bilder sind von Maja Bohn, die auch die Covergestaltung der Originalserie übernommen hat. Mir gefallen ihre Illustrationen auf den Covern allerdings besser als im Buch. Auch das Cover dieses Buches verspricht von den Illustrationen etwas mehr. Die Bilder im Buch haben mir im Vergleich dazu nicht so gut gefallen. Ich finde es zwar gut, dass die Farben eher natürlich und zurückhaltend sind. Aber die sehr abstrakte Zeichnung der Personen ist nicht mein Fall.

Die Geschichte hingegen gefällt mir wieder sehr gut. Sie beginnt direkt, Thabo und Emma werden nur kurz vorgestellt. Sie helfen Onkel Vusi bei einer Safari-Tour mit Touristen. Hier werden die Kinder mitgenommen, was bereits die Spannung steigert. Werden Thabo und die anderen auf wilde und vielleicht sogar gefährliche Tiere stoßen? Dabei lernen die Kinder auch einige Tricks kennen, die Safari-Tour-Betreiber verwenden, um die Gäste bei Laune zu halten. Und schon bald sind Thabo und Emma Teil eines spannenden Falles.

Hierbei handelt es sich dieses Mal allerdings um ein ‚alltägliches‘ Delikt, das auch in vielen anderen Kinderkrimis gerne behandelt wird: Diebstahl durch eine Bande. Thabo hat allerdings recht schnell einen Verdacht, wie das Handy abhanden gekommen sein könnte. Danach geht es eher um die Überführung des Täters. Dass Thabo hierbei weitestgehend alleine ist, macht die Sache natürlich nicht einfacher. Und schon bald wird es wirklich gefährlich für ihn – ob er aus dem Schlammassel alleine wieder herauskommt? Oder bekommt er vielleicht unerwartet Hilfe?

Da das Buch in Afrika spielt, ist interkulturelles Lernen vorprogrammiert. Bücher von nicht-afrikanischen Schriftstellern haben oft den Beigeschmack, dass sie sehr clichéehaft sind. Das ist bei den Büchern von Kirsten Boie allerdings so gar nicht der Fall – was vielleicht damit zu tun hat, dass sie auch schon öfter in Afrika war. Thabo wird wie ein ganz normaler Junge dargestellt, mit moderner Kleidung. Handys und sonstige elketronische Geräte sind für ihn genauso Alltag wie für uns. Klar, er hat ein paar andere Ansichten – aber sonst unterscheidet er sich nicht von anderen Kindern. Außerdem finde ich es toll, dass Boie einige Wörter in Thabos Sprache in Dialoge einfließen lässt. Diese werden am Ende in einem kleinen Wörterbuch erklärt.

Außerdem befindet sich im Anschluss an die Geschichte ein Spiel für zwei Spieler – gut geeignet für die Grundschule. So kann die Geschichte optimal mit einer Klasse gemeinsam vor- und selbstgelesen werden. Danach können die Kinder in Pärchen das Spiel spielen (lässt sich kopieren). Fächerübergreifend könnte im Sachunterricht das Thema Afrika oder afrikanische Tiere behandelt werden. Im Englischunterricht könnte ebenfalls eine Einheit oder Stunde zum Thema Safari gemacht werden – Tiere wie lion, giraffe, elephant usw.

Ich kenne noch nicht viele Bücher der Lesestarter-Reihe des Oetinger Verlags. Ich finde die Reihe aber wirklich toll, weil hier Kindern, die noch am Anfang ihrer Lesekarriere sind, die Möglichkeit gegeben wird, Lieblinge der Kinderliteratur in einer vereinfachten aber dennoch motivierenden Geschichte selbst zu lesen. So auch in diesem Buch rund um Thabo, den Detektiv und Gentleman. Von mir bekommt das Buch trotz der leider nicht überzeugenden Illustrationen 5 Sterne.

Buchdetails
Autorin: Kirsten Boie – Illustratorin: Maja Bohn – Herausgeber: Oetinger Verlag – Reihe: Thabo und Emma – Erscheinungsjahr: 2019 – Buchlänge: 64 Seiten – Altersempfehlung: ab 7 Jahren – Preis: 8 € – ISBN: 978-3-7891-1067-2

Bildquelle: Amazon.de

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Oetinger Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ihr erhaltet es u.a. hier.

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