[Rezension] Winterzeit, tief verschneit

Otfried Preußler und seine Klassiker verzaubern seit mehreren Jahrzehnten Kinder und Erwachsene. Auch zur kalten, weihnachtlichen Jahreszeit dürfen die Geschichten rund um den kleinen Wassermann und die kleine Hexe natürlich nicht fehlen. Was habe ich mich daher gefreut, als ich dieses Buch auf der Buchmesse entdeckt habe. Es vereint 13 winterliche oder weihnachtliche Kurzgeschichten, die sich hervorragend zum Vorlesen vor dem Schlafengehen oder in der Grundschule eignen.

Inhalt
Eines Morgens stößt der kleine Wassermann beim Auftauchen an etwas Kaltes und Hartes. Der Mühlenweiher ist über Nacht zugefroren! Und dabei hatte er sich doch so auf das Wiedersehen mit seinen Freunden gefreut. Zottel, der Zottelschratz, hat sich auf dem Weg zu seinem Freund Hörbe eine Erkältung zugezogen. Als es ihm wieder besser geht, bemerkt er, dass es endlich geschneit hat. Einem kleinen Eselchen erscheint an Heiligabend ein Engel, der es zurück zu seiner Mutter führt. Und die kleine Hexe hält es nach vielen Tagen in ihrem warmen Häuschen einfach nicht mehr aus – sie möchte endlich wieder an die frische Luft und einen Ausritt auf ihrem Besen machen. Aber Abraxas hat darauf so gar keine Lust…

Buchdetails
Autor: Otfried Preußler – Illustratorin: Daniela Chudzinski – Herausgeberin: Regine Stigloher – Verlag: Thienemann – Erscheinungsjahr: 2019 – Buchlänge: 144 Seiten – Altersempfehlung: ab 5 Jahren – Preis: 17 € – ISBN: 978-3522185141 – Hier kaufen

Meine Meinung
Ich bin in meiner Kindheit ab und zu auch mit den Klassikern von Otfried Preußler in Kontakt gekommen und kannte insbesondere seine bekanntesten Figuren, die kleine Hexe, den Räuber Hotzenplotz und das kleine Gespenst. Da ich die Geschichten selber aus nostalgischen Gründen sowie aufgrund ihrer immerwährenden Aktualität für Kinder gerne lese, war ich gespannt auf diesen winterlich-weihnachtlichen Sammelband.

Wie der Titel schon verrät, spielen die Geschichten allesamt in der kalten Jahreszeit und drehen sich vereinzelt auch um (vor-)weihnachtliche Traditionen. Das Buch ist nicht wirklich neu, es gab schon frühere Auflagen. Dieses Buch hat aber meiner Meinung nach das ansprechendere Cover, denn hier sieht man schon zwei der bekanntesten Figuren von Preußler – die Hexe mit ihrem Raben Abraxas und den kleinen Wassermann. Hier werden die Kinder auch bereits dazu animiert, Vermutungen anzustellen – etwa was mit einem Wassermann passiert, dessen Weiher zugefroren ist.

Im Buch finden sich 13 Kurzgeschichten von Otfried Preußler, die vereinzelt als solche erschienen sind, zum Großteil aber als Teil einer längeren Geschichte in diesen Band aufgenommen wurden. Die meisten Geschichten haben zwischen fünf und neun Seiten, einige Geschichten sind aber auch etwas länger. Neben dem Text beinhalten viele Geschichte aber auch farbige Illustrationen, die sehr ansprechend sind und mal mehr zur Dekoration, mal zum besseren Verständnis der Geschichten beitragen.

Zu Beginn des Buches findet sich ein Vorwort von Otfried Preußler, in dem er über seine Entwicklung zum Geschichtenerzähler, eigene Erinnerungen an Erzählungen aus seiner Kindheit sowie die besondere Bedeutung von winterlichen Geschichten für ihn erzählt.
Jede Geschichte ist so aufgebaut, dass zu Beginn eine Doppelseite mit einer Illustration und meist einem farbigen Hintergrund den Anfang einer neuen Geschichte einleitet. Hier findet sich eine kurze Einleitung, was gerade dann sinnvoll ist, wenn eine Geschichte aus einer Ganzschrift entnommen wurde und so ein Kontext hergestellt werden muss. Vereinzelt gibt es hier aber auch Anmerkungen oder Zitate von Otfried Preußler.

Die Auswahl der Geschichten gefällt mir sehr gut, da man neben den berühmten Figuren von Preußler auch so einige andere Schöpfungen von ihm kennenlernt, zum Beispiel Hörbe und Wanja. Da die meisten Geschichten aus einem Buch von Preußler sind, können Kinder durch diese Kurzgeschichten auch an neue literarische Welten herangeführt werden.
Zum Selberlesen eignet sich das Buch etwa ab der dritten Klasse oder später. Die Schrift ist zwar angemessen groß, aber durch die Verwendung des Blocksatzes kann das Lesen für Leseanfänger doch erschwert werden. Auch findet sich auf einigen Seiten schon sehr viel Text, weswegen unerfahrene Leser etwas abgeschreckt werden könnten.

Mir gefällt diese Sammlung von winterlichen Kurzgeschichten sehr gut. Ich habe einige mir bekannte Figuren wiederfinden können, aber auch neue Geschichten von Otfried Preußler kennengelernt. Etwas vermisst habe ich aber das kleine Gespenst und den Räuber Hotzenplotz – aber da gab es vermutlich keine zur Jahreszeit passende Geschichte. Ich kann das Buch sehr zum Vorlesen empfehlen, auch bereits für jüngere Kinder. In der Grundschule eignet es sich hervorragend für das Adventsritual, aber natürlich auch noch für später. Hier können die Kinder an die Klassiker von Preußler herangeführt werden.

5 Sterne

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Thienemann Verlag zur Verfügung gestellt. Auf meinem Instagram-Account könnt ihr bis morgen, .12. um 18 Uhr, ein Exemplar gewinnen. Schaut vorbei 🙂

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