[Rezension] Mortina – Ein Mädchen voller Überraschungen

Coverbild Mortina – Ein Mädchen voller Überraschungen von Barbara Cantini, ISBN-978-3-423-76260-1

Lange Zeit habe ich nach dem perfekten Halloween-Buch für Kinder gesucht. Jetzt denkt ihr wahrscheinlich – hä, Halloween ist doch schon lange vorbei. Das stimmt! Ich stelle euch dieses Buch jetzt erst vor, da es dieses Jahr scheinbar so beliebt war, dass es erst nachgedruckt werden musste! Aber viel wichtiger ist: Obwohl das Buch zu Halloween spielt und durch das Zombiemädchen Mortina auch sehr gut zu dieser Zeit passt, ist es doch eine Lektüre, die – aufgrund der Thematik – das ganze Jahr über gelesen werden kann!

Inhalt

Mortina ist ein kleines Zombiemädchen, das gemeinsam mit ihrer Tante zurückgezogen in der Villa Decadente wohnt. Doch Mortina ist sehr einsam und beobachtet daher oft die anderen Kinder beim Spielen. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als Freunde zu finden. Daher versucht sie, ihr Aussehen an das der Menschenkinder anzupassen. Doch als ihre Tante das mitbekommt, wird sie sehr zornig. Mortina muss also einen anderen Weg finden, die Menschenkinder kennenzulernen. Wie gut, dass Halloween vor der Tür steht …

Buchdetails

Autorin & Illustratorin: Barbara Cantini – Übersetzer: Knut Krüger – Herausgeber: dtv junior – Reihe: Mortina – Erscheinungsjahr: 2019 – Buchlänge: 48 Seiten – Altersempfehlung: ab 5 Jahren – Preis: 10,95 € – ISBN: 978-3423762601 – Hier kaufen

Meine Meinung

Ich bin ja ein großer Fan von Halloween und daher liebe ich natürlich auch Halloween-Filme und -Bücher. Lange Zeit habe ich nach einem Halloween-Buch für Kinder gesucht und dann bin ich auf dieses kleine Büchlein gestoßen, das bereits auf dem Cover mit den für Halloween typischen Farben eine passende Stimmung versprüht. Das Buch ist klein und handlich. Auch ist es nicht allzu dick, weswegen es auch perfekt von lesefaulen Kindern gelesen oder aber vorgelesen werden kann.

Das Zombiemädchen wird – abgesehen von ihrem Zombiedasein – als ein relativ normales Kind dargestellt, dass sich allerdings im Gegensatz zu den anderen Kindern in ihrem Zuhause verstecken muss. Dadurch ist das Buch entgegen den ersten Erwartungen gar nicht gruselig und auch sehr gut für jüngere Kinder ab etwa 5 Jahren geeignet. Auch die Darstellung der beiden Zombies auf der Bildebene ist meiner Meinung nach sehr harmlos. Mortina sieht man ja bereits auf dem Cover und da ist sie trotz ihrer blutunterlaufenen Augen, ihres Mundes und ihrer blassen Haut doch wirklich sehr niedlich darstellt.

Neben Mortina und der Tante Dipartita (die Verschiedene – im Sinne von ‚tot‘) spielen noch die Haustiere der beiden eine gewisse Rolle. Diese sind ebenfalls sehr ungewöhnlich und daher eher in einem Gruselfilm als im echten Leben anzutreffen. Mortina hat einen Albino-Windhund mit blutroten Augen und die Tante eine Katze namens Ombra (Schatten), die nur durch angenähte Fäden zusammengehalten wird. Außerdem finden sich in dem Haus noch viele Fotos oder Porträts von Verwandten – diese sind vereinzelt sogar als Fotocollagen eingefügt worden.

In der Geschichte geht es – wie man bereits durch die Zusammenfassung erahnen kann – um Anderssein, die Angst vor Ablehnung und den Wunsch nach Freundschaft. Anderssein wird hier natürlich etwas anders interpretiert als in anderen Büchern zu dem Thema. Mortina ist nämlich nicht auf konventionelle Art ‚anders‘ – sie ist nicht zu dick, hat keine zu große Nase oder stottert. Nein, sie ist ein Zombie und damit eine fiktive, gruselige Figur. Und dennoch können wahrscheinlich viele Kinder ihre Gefühle nachvollziehen und auf sich beziehen. Ansonsten ist die Geschichte ganz niedlich, mit einem leichten Spannungsbogen. Gruselig ist sie aber nicht und auch das Ende kommt vielleicht etwas plötzlich und ist leicht unglaubwürdig.

Während Mortina sich für die Freundschaft verändern und anpassen will – was ihr nicht wirklich gelingt – kommt ihr der Zufall zu Hilfe. Denn welches Fest wäre passender als Halloween? Während Mortina ihren Plan schmiedet, erfahren wir ein wenig über die Traditionen, die dieses Fest mit sich bringt. Das Verkleiden, das Sammeln von Süßigkeiten… Dies ist hervorragend für das interkulturelle Lernen!

Die Schrift ist angemessen groß für Kinder, die bereits relativ gut lesen können. Verwendet wird für den Haupttext die Grundschrift. Einige Schlüsselwörter oder -sätze werden groß geschrieben, um sie hervorzuheben. Außerdem gibt es – bezogen auf die Bilder im Buch – einige Anmerkungen von Mortina, die in Schreibschrift abgebildet sind. Auch ein Liedtext im letzten Teil des Buches ist in Schreibschrift gedruckt. Ich empfehle das eigenständige Lesen dieses Buches daher frühstens ab Ende der 2. Klasse.

Insgesamt gefällt mir dieses Buch sehr gut und ich finde es bestens geeignet für Halloween. Neben den niedlichen, farbigen Illustrationen, die mit der einen oder anderen Anmerkung versehen sind, überzeugt das Thema der Geschichte, das im Gegensatz zu anderen Büchern hier mal ganz anders interpretiert und aufbereitet wurde. Ich kann das Buch gerade Gruselfans empfehlen – auch wenn die Geschichte eher wenig gruselig ist. Es eignet sich aufgrund der Länge sowohl zum Selberlesen ab der 2./3. Klasse als auch zum Vorlesen für Kinder ab 5 oder 6 Jahren.

5 Sterne

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar von dtv junior zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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