[Rezension] Der Bücherfresser

Cornelia Funke ist eine der erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Neben Romanen schreibt sie auch ganz wundervolle Bilderbuchgeschichten. In diesem Jahr ist ihr neuestes Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren erschienen – und das könnte mal wieder fantastischer nicht sein! Es geht um die Magie von Büchern und Geschichten, die nicht nur im Text aufgegriffen wird, sondern auch auf jedem der farbigen Bilder von Annette Swoboda zu spüren ist. Taucht gemeinsam mit Sten und dem Bücherfresser ein in die unterschiedlichen Geschichten und Welten.

Inhalt

Nach dem Tod von Stens Großvater erbt die Familie Kisten voller Bücher. Für Sten ist auch etwas dabei: Eine geheimnisvolle Holzkiste, die er nur heimlich öffnen darf. Die Bücher landen bald auf dem Dachboden, wo Sten sich aus ihnen eine gemütliche Höhle baut. Als sein Versteck endlich fertig ist, öffnet er die Kiste – und entdeckt ein seltsames Wesen, das an ein pelziges Schweinchen erinnert. Und noch etwas ist besonders an diesem Tierchen: Es frisst Bücher und erzählt die Geschichten, die er gefressen hat, dann.

Buchdetails

Autorin: Cornelia Funke – Illustratorin: Annette Swoboda – Herausgeber: Loewe Verlag – Erscheinungsjahr: 2020 – Buchlänge: 32 Seiten – Altersempfehlung: ab 4 Jahren – Preis: 12,95 € – ISBN: 978-3743202177 – Hier kaufen

Meine Meinung

Als ich dieses bezaubernde Cover gesehen habe, war es direkt um mich geschehen. Nicht nur die warmen Farben, sondern insbesondere der Bücherstapel und das kleine, fantastische Wesen, das darauf steht, haben definitiv meine Neugierde geweckt. Und das schafft das Cover sicher nicht nur bei mir, sondern auch bei Kindern! Der Cover, der auf einen Buchrücken gedruckt ist, trägt ebenso dazu bei, dass man unbedingt erfahren möchte, worum es in der Geschichte geht und was genau ein Bücherfresser ist.

Die Geschichte beginnt mit dem Tod des Großvaters oder vielmehr mit dem Erbe im Anschluss an dessen Tod. Trotz der traurigen Ausgangssituation ist die Geschichte zu keinem Zeitpunkt trübsinnig oder traurig, auch wenn bei Sten an einem Punkt die Tränen fließen. Hier können sich Kinder, die bereits einen wichtigen Menschen verloren haben, mit ihm identifizieren. Das Thema Tod und Trauer wird allerdings sonst nicht wirklich thematisiert.

In der Geschichte geht es primär um die Bedeutung von Bücher und das Lesen. Sten wird durch den Bücherfresser an Geschichten aus Büchern herangeführt und lernt so, dass Bücher viel mehr zu bieten haben als eine bloße Aneinanderreihung von Buchstaben. Sten ist Identifikationsfigur für die Kinder, denn er selber liest gar nicht so gerne und kann mit Büchern nichts anfangen. Hier kommt das fantastische Wesen – der Bücherfresser – gerade richtig. Er frisst die Bücher, d.h. die beschriebenen Seiten und merkt sich dadurch Wort für Wort einer Geschichte. Diese Geschichte kann es dann erzählen und nimmt den Zuhörer mit auf eine magische Reise in unterschiedliche Welten und zu einzigartigen Abenteuern.

Vom Text her ist die Geschichte kindgerecht geschrieben, beinhaltet aber auch einige ungewöhnlichere Wörter wie ‚verfeuern‘ oder ’steinschwer‘ – was den Text meiner Meinung nach noch ästhetischer macht. Er beinhaltet auch Dialoge, die zum Teil auch sehr humorvoll sind – etwa, als Sten seinem Vater sagt, dass er dessen Autozeitschriften nicht verbrennen wird, wenn er tot ist. Auch die eher unvollständigen, kindlichen Sätze und die lustige Wortwahl vom Bücherfresser finde ich sehr gelungen: ‚trauerlustig‘, ‚knackig-knusprig‘, ‚flüstervoll-furchtbar-fantastisch‘.

Zu Beginn ist eher viel Text pro Seite (aber nicht zu viel!), gegen Ende hin übernehmen die Bilder das Erzählen. Aber auch sonst finde ich die Bilder in diesem Bilderbuch sehr ansprechend. Sie sind vorwiegend in eher gedeckten, warmen Farben und vermitteln einem durch die Darstellung des Dachbodens und der Höhle ein ganz heimeliges, gemütliches Gefühl. Die Darstellung des Bücherfressers ist sehr fantasievoll und niedlich – man möchte direkt auch einen kleinen Bücherfresser besitzen (solange er nicht meine Schmuckausgaben frisst!).

Ich kann dieses Bilderbuch von Cornelia Funke und Annette Swoboda wirklich sehr empfehlen! Es erzählt eine fantastische Geschichte über die Magie von Büchern und Geschichten. Beim Lesen und Betrachten bekommt man gleich ein ganz wohliges Gefühl und gleichzeitig trägt das Buch so zur Lesemotivation von Kindern bei.

5 Sterne

Das Bilderuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Loewe Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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