[Rezension] Der Weihnachts-Countdown

Rezension von Kathrin – Es ist besonders schade, wenn die Erwartungen an ein Buch hoch sind und man am Ende enttäuscht wird. Das wunderschöne und farbenfrohe Cover verspricht eine tierisch-süße Weihnachtsgeschichte. Die Geschichte handelt jedoch vor allem vom kommerziellen Aspekt von Weihnachten, dem Verschenken von Präsenten, einhergehend mit der stetig wachsenden Beliebtheit von Adventskalendern. Aus dem Englischen übersetzt birgt der Reimtext einige Unregelmäßigkeiten. Es sind die wunderschönen Illustrationen von Pippa Curnick, die überzeugen und für Kinder einen tollen Weihnachtscountdown darstellen.

Inhalt
„’Das Weihnachtsfest‘, rief Bär, ‚ist bald'“. Damit die Freude auch noch mehr steigt hat der Bär einen Plan. Er will seine Freunde überraschen und versteckt deshalb 24 Geschenke im Wald. Geschenke, über die sich manche Tiere freuen, die andere allerdings eher ratlos zurücklassen. Jeden Tag darf jemand eins der Geschenke suchen. Wirklich jeder? Eine Maus, die krank im Bett liegt, hat nämlich Angst, dass sie vergessen wird. Hat der Bär auch an sie gedacht und was hat es mit den teilweise seltsamen Geschenken auf sich?

Buchdetails
Autoren: Adam & Charlotte Guillain – Illustratorin: Pippa Curnick – Übersetzerin: Cornelia Boese – Herausgeber: ars Edition Verlag – Erscheinungsjahr: 2019 – Buchlänge: 32 Seiten – Altersempfehlung: ab 3 Jahren – Preis: 15,00 € – ISBN: 978-3-8458-3437-5 – Hier kaufen*

Meine Meinung
Mein erster Gedanke, als ich das Buch sah? „Was ein schönes weihnachtliches Buchcover!“ Ein üppiger Bär stapft ganz à la Weihnachtsmann durch den Schnee, mit einem großen roten Sack, den er sich über die Schulter geworfen hat. Auf dem Sack sitzt eine Maus mit einem Adventskalender in der Hand. Zudem sieht man verpackte und unverpackte nummerierte Geschenke. Es schneit und leuchtend-glitzernde Sterne heben sich dezent vom hellgrünen Hintergrund ab. Ein süßes Cover, das neugierig macht und Leser in Weihnachtsstimmung versetzt.

Ich finde die Idee eines Adventskalenders für die Tiere des Waldes sehr einfallsreich, wobei ich von dem Hype um Adventskalender mittlerweile doch schon etwas genervt bin. Warum ist der Adventskalender derzeit so beliebt und steht im Fokus? Dreht sich an Weihnachten und der Vorweihnachtszeit denn alles nur noch um Geschenke? In der Geschichte will der Bär seinen Freunden eine Freude machen und versteckt seine Geschenke im Wald. Hierdurch baut sich Spannung bei den Tieren und bei den Lesern auf, da sie wissen wollen, welches Geschenk sie vom Bären bekommen werden. Zudem wird durch teilweise ulkige Geschenke wie ein Bündel Stroh oder ein Ohren-Paar auch für den ein oder anderen Lacher gesorgt. Doch was ist eigentlich mit dem Bären? Wer macht ihm eine Freude? Ferner stellt sich mir hier auch wirklich die Frage, ob man Glück und Freude nicht auch einfach nur mit gemeinsam verbrachter Zeit vergeben kann? Scheinbar nicht, denn der Adventskalender und sonstige Geschenke scheinen mittlerweile zur Norm geworden zu sein.

Der Text pro Doppelseite beschränkt sich auf maximal drei Sätze. Die Schriftgröße ist relativ groß, weshalb sich das Buch auch gut für Erstleser eignet. Im Textfeld sind die jeweiligen Geschenke und wichtigsten Begriffe der Geschichte in fettgedruckter Schrift hervorgehoben. Dies hilft und unterstützt leseschwächere Kinder beim Verständnis des Textes. Sprachlich ist die Geschichte kindgerecht erzählt. Die Satzkonstruktionen sind einfach und es gibt viel wörtlicher Rede. Das besondere an der Geschichte stellt wohl die Reimform dar. Da der Text jedoch aus dem Englischen übersetzt wurde, gibt es hier einige Stellen, an denen die Reime nicht sehr sauber oder flüssig sind. Dies störte den Lesefluss (zumindest für mich) leider ungemein.

Die Illustrationen von Pippa Curnick sind detailreich, warmherzig, sehr witzig und einfach bezaubernd. Wie bereits beim Cover angesprochen, nutzt Curnick eine Vielfalt dezenter Farben, die harmonisch und einladend wirken. Ihre Illustrationen sind zudem mit viel Liebe zum Detail gezeichnet, was Kindern genügend Raum zum Betrachten und Entdecken gibt. Die Figuren bestehen vorwiegend aus Zeichnungen mit dem Bleistift. Besonders witzig finde ich die birnenförmige Darstellung des Bären und die tellergroßen Ohren der Maus.

Insgesamt bin ich leider ein wenig enttäuscht von dem Buch, da ich mir so viel mehr davon versprochen habe. Als ich es meiner Nichte vorgelesen habe wurde ich durch die unregemäßigen Reime oftmals im Lesefluss gestört, was auch meine Nichte gemerkt hat – und das stört natürlich auch beim Zuhören. Zudem konnte ich auch dem Ende des Buches (leider) nicht so viel abgewinnen, denn dies passt meiner Meinung nach nicht zum Verlauf der anfänglichen Geschichte. Der Gedanke ist richtig – die Umsetzung passt allerdings meines Erachtens nicht. Geschmäcker sind jedoch bekanntlich verschieden. Von mir bekommt das Buch daher 3 Punkte.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom ars Edition Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! 

Bildquelle: Amazon

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