[Rezension] Weihnachten in Bullerbü

Basierend auf dem Klassiker von 1963 gibt es nun einen weiteren Lindgren-Titel für die Lesestarter-Reihe vom Oetinger Verlag. Gleichzeitig – und das finde ich fast noch schöner – ist es ein weihnachtliches Erstlesebuch, dem viele neuere Werke ganz sicher nicht das Wasser reichen können. Denn was könnte es Schöneres geben als Weihnachten in Bullerbü?

Inhalt
Die Vorfreude in Bullerbü ist kurz vor Weihnachten bei allen Kindern groß. Bei hohem Schnee und Vorweihnachtsstimmung gibt es neben Pfefferkuchenbacken aber auch noch so einiges zu tun. Die Kinder vom Nord-, Mittel- und Südhof helfen, Futter für die Vögel aufzustellen, Feuerholz mit dem Schlitten zu holen, Weihnachtsbäume auszusuchen und die Tanne vom Großvater zu schmücken. Und dann ist es endlich soweit! Es wird schön (und viel) zusammen gegessen und dann kommt der Weihnachtsmann. Endlich können die Kinder ihre Geschenke auspacken und um den Tannenbaum tanzen.

Buchdetails
Autorin: Astrid Lindgren – Illustratorin: Ilon Wikland – Herausgeber: Oetinger – Reihe: Lesestarter – Erscheinungsjahr: 2019 – Buchlänge: 64 Seiten – Altersempfehlung: ab 7 Jahren – Preis: 8 € – ISBN: 978-3789113956 – Hier kaufen*

Meine Meinung
Dieses Buch erinnert mich wie kein anderes an Weihnachten in meiner Kindheit. Ich weiß noch, wie meine Mutter uns das Buch an Heiligabend vorgelesen hat, als wir auf das Christkind gewartet haben. Das Buch hat uns sehr schön über die Wartezeit hinweg abgelenkt und hat zusätzlich für Weihnachtsstimmung gesorgt. Denn wer würde nicht gerne Weihnachten in Bullerbü feiern?

In der Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Lisa erzählt – sie wohnt mit ihren Eltern und ihren Brüdern Lasse und Bosse im Mittelhof. Lisa beginnt damit, zu erzählen, wie schön es Weihnachten immer in Bullerbü ist und wie gut es da allen geht – sowohl Mensch als auch Tier. Dann berichtet sie über das letzte Weihnachten in Bullerbü. Es wird nicht deutlich, ob dieses erst einige Tage oder fast ein Jahr zurückliegt – das bleibt dem Leser überlassen.

In der Erzählung werden alle möglichen weihnachtlichen Aktivitäten, die auch heute noch gerne traditionellerweise durchgeführt werden, geschildert: Sie backen Pfefferkuchen in verschiedensten Formen, suchen einen Tannenbaum aus und schmücken diesen, singen Weihnachtslieder und packen Geschenke ein. Aber das Leben auf dem Hof – gerade in früheren Zeiten – brachte auch für Kinder so einige zusätzliche Pflichten mit sich. Daher müssen sie, auch wenn sie nicht immer wollen, mithelfen, beispielsweise beim Holen von Brennholz oder dem Transport der Tannenbäume. So lernen die Zuhörer oder Leser auch etwas über das Leben von anderen Kindern sowie das Leben in früheren Zeiten, und können sich dies vielleicht auch ein bisschen als Vorbild nehmen.

Die Geschichte selbst ist nicht neu – sie ist bereits in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts erschienen. Es gibt sie als Bilderbuch oder als Geschichte im Sammelband Weihnachten mit Astrid Lindgren. Jetzt gibt es den Klassiker auch für Leseanfänger. Der Oetinger Verlag hat eine Erstlese-Reihe, die mit bekannten Kinderbuchtiteln von beliebten KinderbuchautorInnen die Lesemotivation von Leseanfängern steigern soll. Die Lesestarter-Reihe hat vier Stufen: Vorlesestarter, 1. Lesestufe, 2. Lesestufe und 3. Lesestufe.

Dieses Buch ist für die 2. Lesestufe und für Kinder ab frühestens Ende der 1. Klasse, eher aber ab Mitte der 2. Klasse geeignet. Die 2. Lesestufe zeichnet sich durch eine große Schrift, kurze Textabschnitte und unterstützende Bilder aus. Die Geschichte – die ursprünglich als Ganzes abgedruckt wurde – wird in diesem Buch in fünf Kapitel untergliedert. Jedes Kapitel hat eine passende Überschrift. Jedes Kapitel hat fünf bis maximal 11 Seiten, die mal weniger, mal etwas mehr Text haben. Der Text ist aber jeweils pro Seite in kleinere Abschnitte mit maximal acht Zeilen gegliedert. Meist sind die Abschnitte aber noch kürzer. Schrift und Zeilenabstände sind groß genug für etwas erfahrenere Leser.

Pro Seite gibt es meist mindestens eine kleine Illustration. Die Illustrationen sind farbig und wurden aus dem Bilderbuch übernommen. Da das Bilderbuch großformatiger ist, wurden die Bilder teilweise stark verkleinert, was es etwas erschwert, alle Details zu sehen. Das ist aber hier nicht so schlimm, da die Bilder vorwiegend dem Leseverständnis dienen und daher die Details nicht wirklich wichtig sind – insbesondere, wenn sie Informationen über den Text hinaus beinhalten.

Für mich ist dieses Buch ein echtes Highlight, da es mich an meine Kindheit erinnert und gleichzeitig so schön weihnachtlich ist. Es erzählt von einem traditionellen, altmodischen Weihnachtsfest – ganz ohne Hektik, Smartphones und Co. Die Atmosphäre könnte weihnachtlicher nicht sein, mit viel Schnee, Duft nach leckerem Essen und festlich geschmücktem Weihnachtsbaum. Ich denke, dieses Buch ist sehr gut geeignet, Leseanfänger in der Weihnachtszeit zu begeistern – gerade dann, wenn ihnen die Geschichte schon als kleines Kind vorgelesen wurde. Von mir bekommt das Buch 5 Sterne.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Oetinger Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Bildquelle: Amazon

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