[Rezension] Max und die Superhelden

Und noch ein neues Bilderbuch von Rocio Bonilla ist vor Kurzem im JUMBO Verlag erschienen. Dieses Buch unterscheidet sich allerdings von ihren bisherigen Werken, da es in Zusammenarbeit mit dem Illustrator Oriol Malet entstanden ist – der passend zum Titel Max und die Superhelden Bonillas niedliche Illustrationen mit Comicart bereichert.

Inhalt
Max ist ein ganz normaler Junge. Wie seine Freunde auch schwärmt er für Superhelden und liest daher in seiner Freizeit am liebsten spannenden Superhelden-Hefte. Dennoch ist nicht einer der Protagonisten aus den Geschichten sein Lieblingsheld, sondern Megapower. Obwohl sie ein weiblicher Superheld ist, vollbringt sie die mutigsten Taten, kann mit ihren Fähigkeiten durch Wände gucken und Geheim-Codes entschlüsseln. Aber all das ist nicht das, was sie in Max‘ Augen besonders macht – sondern etwas viel Besseres!

Meine Meinung
Bereits auf dem Cover wird deutlich, dass es sich bei dem neuen Bilderbuch von Rocio Bonilla um ein ganz besonderes Projekt handelt. Neben dem kleinen Max, der in Bonillas typischem, sehr niedlichen Stil und den eher dezenten Farben gezeichnet ist, steht Megapower und zieht die erste Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. Sie ist in einem für Comics und Superhelden typischen Stil gezeichnet, mit kräftigen Farben und vielen Muskeln.

In der Geschichte geht es um Max, der etwa im Grundschulalter ist. Sein größtes Interesse sind Superhelden, und daher besitzt er viele Comics und Poster. Auch seine Freunde und Freundinnen interessieren sich für dieses Genre. Hierbei spielen aber auch Comicspiele und Superhelden-Verfilmungen eine Rolle. In Studien konnte gezeigt werden, dass das Interesse von Jungen an Comics relativ groß ist – insbesondere im Vergleich zu Mädchen. Daher können sich gerade Jungen mit der Geschichte hervorragend identifizieren.

Die Geschichte hat eine einfache Struktur. Nach einer Einleitung, in der Max und sein Interesse vorgestellt werden, geht es vorwiegend um Megapower – Max‘ Lieblings-Superheldin. Hier werden die Superkräfte und Taten von Megapower aufgezählt – und zwar zweimal hintereinander.

Eine große Bedeutung spielen im Buch, insbesondere aber im zweiten Teil, die Illustrationen. Die Einleitung wird zum Großteil durch Illustrationen von Rocio Bonilla begleitet. Diese bestehen mal aus ganzseitigen Bildern, mal aus einzelnen Details auf weißem Hintergrund. Die Farben sind dezent und ruhig, aber dennoch variationsreich. Die Personen sind allesamt sehr niedlich, mit großen Augen und ausdrucksstarker Mimik.

Als Max auf Megapower zu sprechen kommt, wechselt der Illustrationsstil. Bei der ersten Beschreibung von Megapower wird diese durch typische Comicillustrationen veranschaulicht. Jede Illustration wird durch einen Kasten gerahmt und der Text befindet sich im Bild in einem separaten weißen Kasten. Außerdem werden Geräusche ebenfalls auf der Bildebene dargestellt und es gibt vereinzelt Sprechblasen. Die Farben sind kräftiger und weniger ’niedlich‘. Auch die Illustrationen selbst passen eher in das Genre Superhelden und sind daher nicht mehr ganz so süß.

Danach findet erneut ein Wechsel statt und Bonilla übernimmt erneut die Bildebene. Der Text aus der Beschreibung von Megapower bleibt weitestgehend gleich, aber die Bildebene schafft eine neue Bedeutung. Jetzt wird Megapower zwar weiterhin im Superhelden-Anzug gezeigt, allerdings bei der Erledigung von alltäglichen Haushaltsaufgaben. Steuert sie jetzt „eine Million Roboter zugleich“, dann sind damit Haushaltsgeräte gemeint. Und rettet sie Kätzchen, dann holt sie lediglich die Hauskatze vom Regal herunter.

Durch die Bildebene werden zwei miteinander konkurrierende Bedeutungsebenen geschaffen. Während bei der ersten Vorstellung von Megapower Bild und Text übereinstimmen, ist es bei der zweiten Aufzählung ihrer Fähigkeiten etwas anders. Hier wird deutlich, dass Max seine Mutter eher als Superheldin des Alltags ansieht und der erste Teil vielmehr seiner Fantasie entsprungen ist. Durch diese Wende wird das Buch zu einer wunderbaren Hommage an Mütter, die für ihre Kinder eben wie Superheldinnen sind.

Dieses Bilderbuch ist einfach genial. Nicht nur durch die Vermischung von zwei unterschiedlichen Illustrationsstilen, sondern durch die unerwartete Wendung der Geschichte ist das Buch sowohl für Kinder (insbesondere aber Jungen) als auch für die Mutter ein wunderbarer Vorleseschatz. Die Interessen der Jungen kommen durch die Comicelemente auf der Bildebene nicht zu kurz. Die Geschichte besticht wieder einmal vorwiegend durch ihre Bilder, während der Text eher in den Hintergrund rückt. Von mir gibt es für dieses sehr empfehlenswerte Bilderbuch 5 Sterne.

Buchdetails
Autorin & Illustratorin: Rocio Bonilla – Illustrator: Oriol Malet – Herausgeber: JUMBO – Erscheinungsjahr: 2019 – Buchlänge: 48 Seiten – Altersempfehlung: ab 4 Jahren – Preis: 15 € – ISBN: 978-3-8337-4029-9

Bildquelle: Hugendubel.de

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ihr erhaltet es u.a. hier.

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