[Rezension] Ausflug zum Mond

Passend zum 50-jährigen Jubiläum der ersten Mondlandung dieses Jahr sind einige Bilderbücher zu diesem Thema oder zum Weltall allgemein erschienen. Ein Buch, das ich euch nicht vorenthalten möchte, ist Ausflug zum Mond. In dieser futuristischen Geschichte wird allein durch die ausdrucksstarken Illustrationen von John Hare von einem Klassenausflug auf den Mond erzählt – ideal zur Sprach- und Erzählförderung von Kindern.

Inhalt
Eine Schulklasse macht einen Ausflug zum Mond. Gemeinsam mit dem Lehrer erkunden sie diesen unbekannten – und wie sie glauben, unbewohnten – Ort, betrachten die grün-blau schimmernde Erde und machen sich dann wieder auf den Rückweg. Nur ein Schüler hat sich etwas abseits von der Gruppe gehalten, die Erde gemalt und ist dann eingeschlafen. Als er wieder aufwacht, ist seine Klasse weg. Aber ganz allein ist er trotzdem nicht…

Meine Meinung
Ich habe euch mit der Sonderausgabe von Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond bereits ein Bilderbuch vorgestellt, das zum 50-jährigen Jubiläum der ersten Mondlandung im Jahr 1969 herausgegeben wurde. Beim Stöbern in den Verlagsvorschauen für diesen Herbst bin ich auf ein Buch gestoßen, das sich ebenfalls mit dem Thema Mond beschäftigt – und das ganz allein auf der Bildebene.

Die Geschichte, die durch die Bilder von John Hare erzählt wird, beginnt bereits auf dem Cover des Bilderbuchs. Hier sieht man, wie eine Schulklasse mit ihrem Lehrer ein gelbes Raumschiff betreten. Auf der Titel- und der Impressumsseite wird die Geschichte weitergeführt – hier verlässt das Raumschiff die Raumstation und fliegt Richtung Mond. Danach geht die eigentliche Geschichte los.

Die Geschichte wird chronologisch durch monoszenische Bilder erzählt. Die Darstellung der Illustrationen ist sehr abwechslungsreich. Mal gibt es ein Bild pro Buchseite, das die Seite ganz ausfüllt. Einige Bilder haben auch einen weißen Rahmen oder werden als Kreisausschnitt auf einem weißen Hintergrund abgebildet. Manchmal erstreckt sich ein Bild auch über eine Doppelseite und vereinzelt stehen mehr als zwei Bilder auf einer Doppelseite neben- oder untereinander. Oft doppeln sich Bilder, indem sie erst als ganze Szene und dann als ein kleinerer Ausschnitt dargestellt sind – fast wie in Filmen.

Die Farbwahl ist sehr natürlich. Der Hintergrund ist – passend zum Weltall – schwarz mit weißen Punkten für die Sterne. Auch die Farbe des Mondes und der Kinder mit ihren Raumanzügen sind sehr realistisch und glaubwürdig. Aber es gibt auch Farbakzente, wie das gelbe Raumschiff, die grün-blaue Erde im Hintergrund und die Buntstifte des Jungen. Die Illustrationen sind wirklich sehr beeindruckend und ich könnte sie mir immer und immer ansehen.

Die Bilder unterstützen die Erzählung der Geschichte durch ihre Chronologie und ihre Ausdrucksstärke. Dadurch, dass pro Bild nur jeweils eine Szene dargestellt wird und die Bilder ohne unnötige Details auskommen, gibt es nicht so viele Deutungsmöglichkeiten wie bei anderen textlosen Bilderbüchern. Für die Bildkompetenzen und die Erzählfähigkeit von jüngeren Kindern kann dies allerdings eine gute Unterstützung sein. Das Buch eignet sich auch gut als Schreibanlass in der Grundschule. Es hat aufgrund der futuristischen Geschichte und der fantastischen Elemente einen sehr hohen motivationalen Charakter.

Ich finde, das Buch hat neben den wunderbaren Illustrationen und dem Potenzial für die Sprach- und Erzählförderung von Kindern auch eine tolle Aussage. Während die anderen Kinder einfach mit dem Lehrer mitlaufen und quasi alle ‚Sehenswürdigkeiten‘ abklappern, lässt der Junge mit den Buntstiften sich Zeit, die Umgebung auf sich wirken zu lassen und zu malen – ein Innehalten, dass auch in unserer schnelllebigen Zeit nur noch selten ist. Und diese Offenheit für den Ort ermöglicht es dem Jungen letztendlich, etwas Besonderes zu entdecken.

Obwohl das Buch eindeutig in der Zukunft spielt, hat es auch einen Lebensbezug zum Schulalltag der Kinder und Lehrer heute. Wer kennt es nicht, wenn man beim Klassenausflug als Gruppe einen Ort nach dem anderen abklappert – gerade für verträumte Kinder eine große Herausforderung. Und dann der Lehrer, der ein Kind auf dem Mond vergisst – eine Albtraumvorstellung für jeden Lehrer bei einem Wandertag.

Was für ein wunderschönes Buch! Das Thema ist abwechslungsreich, die Idee einfach nur genial. Und die Bilder setzen dem Ganzen noch die Krone auf. Meine Tochter und ich schauen es uns einfach liebend gern an und mal erzähle ich, mal sie. Das Buch kann ich voll und ganz empfehlen!

Buchdetails
Illustrator: John Hare – Herausgeber: Moritz Verlag – Erscheinungsjahr: 2019 – Buchlänge: 48 Seiten – Altersempfehlung: ab 4 Jahren – Preis: 14 € – ISBN: 9783895653810

Bildquelle: Amazon.de

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Moritz Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ihr erhaltet es u.a. hier.

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