[Rezension] Das Sams für Erstleser – Ein Taucheranzug für das Sams

Ein Taucheranzug für das Sams, 9783789124259

Buchdetails
Autor und Illustrator: Paul Maar – Herausgeber: Oetinger Verlag – Erscheinungsjahr: 2015 – Buchlänge: 64 Seiten – ISBN: 978-3789124259 – Preis: 8,00 €

Inhalt
Das Sams wohnt jetzt bei Papa Taschenbier. Aber es hat immer noch gar nichts zum Anziehen. Also geht Herr Taschenbier mit ihm ins Kaufhaus. Dort probiert das Sams einige Anzüge an. Als es allerdings einatmet, platzen die Anzüge und bringt damit ordentlich Trubel in die Kinderabteilung. Dann fängt es auch noch an, Kleidungsstücke anzuknabbern. Als Letztes bringt der Kaufhausleiter einen Taucheranzug. Ob der endlich passt und nicht platzt? Aber bevor sie das herausfinden, kommt es zu einem großen Missverständnis, das alles durcheinander bringt…

Meine Meinung
Das Sams kennt ja vermutlich fast jeder. Sogar ich bin als Kind schon mit den tollen Geschichten rund um dieses kleine Wesen aufgewachsen. Seit einiger Zeit gibt es von der Erstlesebuchreihe Büchersterne einige Bücher, in denen jeweils ein Kapitel aus dem ersten Band ‚Das Sams – Eine Woche voller Samstage‘ von Paul Maar für Erstleser umgeschrieben wurde.
Hier handelt es sich um die Szene im Kaufhaus, in der Herr Taschenbier und das Sams für Letzteres etwas zum Anziehen kaufen wollen und der Einkauf im totalen Chaos endet.
Zu Beginn der Geschichte wurde ein kurzer Rückblick auf das das Kennenlernen vom Sams und Herrn Taschenbier gegeben, sodass dieser Band auch unabhängig davon, ob die Geschichte rund um das Sams bereits bekannt, nachvollziehbar ist. Dieses Kapitel eignet sich inhaltlich hervorragend, um die Lesemotivation von Erstlesern zu steigern. Das Sams ist sehr lustig, frech und allein die Tatsache, dass es alles missversteht, ist oft für einen Lacher gut. Außerdem gibt es für die Leser eine Identifikationsmöglichkeit, denn wer war noch nicht mit den Eltern in einem Kaufhaus, um neue Anziehsachen zu kaufen?
Das Buch ist für Leselerner vom Übergang aus der ersten in die zweite Klasse vorgesehen. Die Schrift ist daher nicht mehr ganz so groß, allerdings nach wie vor in einer für Leseanfänger gut lesbaren Grundschrift. Die Zeilenabstände sind angemessen groß. Außerdem werden einzelne Textteile in kleinere Abschnitte gegliedert, sodass die Leselerner nicht durch zu große zusammenhängende Texte überfordert werden. Die Wortwahl ist für die Niveaustufe ebenfalls angemessen, allerdings gibt es auch einige längere Wörter, die gerade schwächere Leser überfordern könnten.
Neben dem Text befinden sich viele bunte Illustratoren des Autors, die sehr an die Illustrationen aus den Originalbüchern erinnern – nur halt in Farbe. Die Illustrationen sind motivierend und unterstützen das Verständnis der Geschichte.
Am Ende des Buches finden sich einige Leserätsel und -spiele. Diese sind für die Adressaten vermutlich weitestgehend gut lösbar. Die phonologische Bewusstheit wird durch Reimwörter gefestigt und das genaue Lesen wird gefordert. Nur ein Rätsel fand ich etwas missglückt, denn hier geht es um das Zählen von Seiten. Mir war nie klar, welche Seite nach dem Zählen die richtige war: die Seite, auf der man mit der letzten Zahl landet oder die darauffolgende Seite. Ich denke, da könnten auch Schüler ihre Schwierigkeiten mit haben.
Mir gefällt die Idee, Klassiker der Kinderliteratur für Leseanfänger abzuwandeln und so die Lesemotivation der Schüler zu wecken, sehr gut. Dieser Band ist dafür sehr gut geeignet. Hier ist es gut gelungen, den Text so zu vereinfachen, dass ihn bereits Leseanfänger lesen können, ohne aber dass der Charakter des Originals verlorengegangen ist. Daher bekommt es von mir 5 Sterne und ein ‚sehr zu empfehlen‘.

Das Buch habe ich mir selbst gekauft und stelle es aus freien Stücken und aus Überzeugung vor. Ihr bekommt es u.a. hier

Besondere Einsatzmöglichkeiten
Das Buch oder Teile aus dem Buch können gut gemeinsam in der Grundschule gelesen werden – entweder Ende der ersten Klasse oder Anfang der zweiten Klasse. Hier bietet sich die Möglichkeit, das Originalbuch zu behandeln und immer zwischen Vorlesen der Originalkapitel und dem eigenständigen Lesen eines vereinfachten Kapitels zu wechseln. Hier sollte der Text aber an die unterschiedlichen Niveaus in der Klasse angepasst werden oder aber Lesepaare gebildet werden. Außerdem können auch andere Medien herangezogen werden, sodass beispielsweise ein Kapitel aus dem Hörbuch angehört und ein anderes Kapitel aus der Filmadaption angeschaut wird. Es gibt auch einige Sprechanlässe, die sich aus diesem Kapitel ergeben. So könnte man mit den Kinder darüber reden, was die Sprüche, die das Sams missversteht, wirklich bedeuten. Und als Schreibanlass könnten die Schüler ein eigenes Lied oder eine eigene Strophe zu dem Lied schreiben, das das Sams singt.

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