[Spiel-Vorstellung] So nicht, Schurke!

Heute stelle ich euch mal kein Kinder- oder Bilderbuch vor, sondern ein Spiel. Eigentlich ist dieser Blog Büchern und Geschichten vorbehalten. Hier mache ich aber eine Ausnahme – aus gutem Grund! Es handelt sich nämlich um ein Rollenspiel, bei dem die Spieler in eine Fantasiewelt eintauchen und dort eine spannende Geschichte erleben. Als Grundlage für das Spiel dient ein Büchlein mit der Geschichte und das trägt nicht nur zur Vorstellungsbildung bei, sondern bietet auch viele Erzählanlässe. Habe ich euer Interesse geweckt? Dann lest unbedingt weiter!

Inhalt

Willkommen in Fabula, dem Land der unbegrenzten Fantasie und Möglichkeiten. Durch einen der vier Geheimgänge im Kinderzimmer gelangt ihr in diese fantastische Welt, in der lauter Abenteuer auf euch warten. Dort könnt ihr nicht nur neue Freunde finden, sondern müsst auch böse Schurken bekämpfen. In Fabula gibt es die unterschiedlichsten Wesen – von Ninja-Zombies bis hin zu Tier-Crackern. Hilf deiner Freundin Blümchen, der Bienenkönigin, ihren besten Freund Nüffel aus den Drachenrotz-Fällen zu befreien. Oder nimm an der großen Gala von Prinzessin Pin auf Kastell Kegel teil und erkundet die Zeitmaschine von KnallGenie. Ganz erfahrene Abenteurer können auch einen Tag im verfluchten Abenteuerland verbringen. Langweilig wird es in Fabula jedenfalls nie!

Produktdetails

Herausgeber: Pegasus Spiele – Erscheinungsjahr: 2020 – Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler – Spieldauer: 30 bis 60 Minuten – Altersempfehlung: ab 5 Jahren – Preis: 29,95 € – Modellnummer: 49000G – Hier kaufen

Meine Meinung

Vor Kurzem hat Pegasus Spiele in Kooperation mit dem Uhrwerk-Verlag ein Rollenspiel namens So nicht, Schurke! herausgebracht. Es handelt sich hier nicht um ein Brettspiel, sondern die Grundlage für dieses Spiel bietet ein kleines Büchlein mit einer Geschichte. Für mich war das erst einmal etwas ganz Neues, denn ich kenne bisher nur die ‚klassischen‘ Brettspiele. Umso gespannter war ich natürlich, worum es in diesem Spiel geht und wie es abläuft.

Zunächst habe ich den recht großen Karton geöffnet, in der Erwartung, doch ein Spielbrett vorzufinden. Dem war aber nicht so. Das Spiel enthält die folgenden Dinge: ein Regelheft, ein Heft mit drei Abenteuern in den unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen, 5 farbige Spielerwürfel, Karten, Plättchen (Eigenschaften und Münzen) und dem beschriftbaren Spielbogen in drei Schwierigkeitsstufen. Ich finde, für diese Utensilien hätte auch ein etwas kleinerer und weniger sperriger Karton gereicht. So hätte man das Spiel nicht nur besser verstauen, sondern es auch einfacher mit zur Schule nehmen können (denn obwohl es ein Familienspiel ist, sehe ich auch Potenzial für die Grundschule – aber dazu weiter unten mehr).

Auch das Cover vom Karton hat mich so gar nicht angesprochen, weswegen ich dem Spiel erst skeptisch gegenüber stand. Ich finde die Farben und Illustrationen leider eher wenig ästhetisch. Im Karton finden sich Spielkarten, die dagegen wesentlich schöner illustriert sind – in sanfteren Farben und einfach ansprechender. Auch die Illustrationen im Regelbuch und im Abenteuerheft sind, wie ich finde, ansprechender. Man merkt allerdings, dass die Illustrationen vom Stil vereinzelt eher unterschiedlich sind. Es gibt auch eine Karte von Fabula, die man für eine größere Gruppe (Klasse) auch größer kopieren könnte.

Nun aber zum Spiel. Die Gruppe der Spieler setzt sich aus einem Erzähler und zwei bis fünf Spielern zusammen. Der Erzähler hat die wichtigste Aufgabe, denn er muss sich zunächst gut in das Spiel einarbeiten und dann das Abenteuer begleiten. Daher ist es sinnvoll, dass der Erzähler sich bereits vor dem Spielen mit dem Spiel auseinandersetzt und das Regelbuch liest. Dieses ist, verglichen zu anderen Spielern, recht dick – also Zeit einplanen!
Hier gibt es auch Hinweise für die Spieler, die der Erzähler ebenfalls lesen kann und den Spielern dann erklärt. Außerdem ist das Heft ‚Ab ins Abenteuer‘ für den Erzähler gedacht. Neben Hinweisen zur Leitung des Spieles gibt es hier Abenteuer, die der Erzähler verwenden kann – er kann sich aber natürlich auch ein eigenes Abenteuer ausdenken.

Die Spieler haben die Aufgabe, sich einen Charakter aufzubauen. Diese können unterschiedlich komplex sein. Ein jüngerer Spieler hat beispielsweise eine ‚Prinzessin‘ als Charakter, während ein älterer Spieler eine ‚Hexe‘ mit bestimmten Fähigkeiten erfindet und diese in einem Satz beschreibt: Ich bin eine Hexe, die mit ihren Laseraugen Monster bekämpfen kann.‘ Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Jeder Spieler hat unterschiedliche Eigenschaften und Ressouren. Die Spieler sollen sich dann gedanklich in das jeweilige Abenteuer eindenken und sich Handlungen überlegen, die sie durchführen wollen. Anhand einer Schwierigkeitsskala wird dann vom Erzähler bestimmt, wie einfach oder schwierig die Handlung ist. Bei schwierigen Handlungen müssen die Spieler würfeln, um zu erfahren, ob sie erfolgreich sind oder nicht.

Für die Durchführung des Spiels benötigt jeder Spieler einen Spielbogen, der während des Spieles beschriftet wird. Da die Anzahl dieser Bögen begrenzt ist, würde ich empfehlen, sie zu kopieren. Der Erzähler beginnt dann mit dem Erzählen der Geschichte – entweder eines der vorgegebenen Abenteuer oder ein eigenes. Hier gibt es zunächst einen Hilferuf, der als Ausgangspunkt gilt. Je nachdem, in welcher Region von Fabula das Abenteuer stattfindet (Hinter den Büchern, Unter dem Bett, Aus dem Fenster oder Im Schrank), gelangen die Spieler dann über einen der Geheimgänge im Kinderzimmer nach Fabula, wo sie mithilfe ihrer Begleiter und unterschiedlicher Handlungen versuchen, das Problem zu lösen.

Das Spiel ist meiner Meinung nach auch für die Grundschule geeignet – und sei es in abgewandelter Form. Gemeinsam mit den Kindern können zunächst die Regeln eingeführt werden, und dann kann man sich gemeinsam in der Klasse an ein Abenteuer heranwagen. Dabei können beispielsweise Gruppen für einen Charakter gebildet werden. Später könnten die Schüler sich auch eigene Abenteuer in Fabula ausdenken und diese aufschreiben (Schreibanlass). Diese können dann wiederum zum Spielen, etwa in kleinen Gruppen, verwendet werden.

Ich finde dieses Spiel wirklich toll und sehe ganz besonders viel Potenzial für Kinder darin. Sie lassen sich nicht nur auf eine Geschichte ein, indem sie dieser zuhören, sondern werden ein aktiver Teil dieser Geschichte und sind am Weitererzählen der Geschichte beteiligt. Hier wird nicht nur die Vorstellungsbildung der Kinder gefördert (beispeilsweise beim Beschreiben von Wesen oder ihrer Charaktere), sondern auch die Erzählfähigkeiten. Außerdem kann es für Kinder, die mit Geschichten bisher nichts anfangen konnten, ein Anreiz sein, andere fantastische Geschichten zu lesen oder zu hören. Ich bin begeistert und kann dieses Spiel wirklich nur empfehlen, auch wenn es zu Beginn etwas zeitintensiv ist, zumindest für den Erzähler.

5 Sterne

Das Spiel wurde mir als Rezensionsexemplar von Pegasus Spiele zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Auf meinem Instagram-Account habt ihr bis zum 7. Juni um 20 Uhr die Möglichkeit, ein Exemplar des Spiels zu gewinnen. Schaut vorbei!

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