[Rezension] Paulas Reisen

Heute habe ich wieder ein wunderbares Bilderbuch für euch, das sich im Mathematikunterricht der Grundschule einsetzen lässt. Hier reist die Protagonistin Paula in unterschiedliche Fantasieländer wie das Land der Kreise und das Land der tausend Ecken. In Reimen erzählt Paul Maar diese fantastische Geschichte, die sich sehr gut für den Einstieg in das Thema ‚Flächen‘ eignet. Die detaillierten und abwechslungsreichen Illustrationen laden zum Entdecken ein.

Inhalt

Im Schlaf reist Paula von einem Fantasieland ins nächste. Zuerst landet sie im Land der Kreise, wo nichts Eckiges erlaubt ist – nicht einmal Schokolade! Es wird versucht, Paula an das Land anzupassen, doch irgendwie gelingt es ihr doch, durch ein Loch zu fliehen. Als nächstes landet sie im Land der tausend Ecken, wo sie wieder nicht reinpasst. Erneut flieht sie und landet im Land der roten Töne. Hier ist nur erlaubt, was rot ist. Nächster Halt auf ihrer Reise ist das Land Kopfunter – und wer passt da wieder so gar nicht rein?

Buchdetails

Autor: Paul Maar – Illustratorin: Eva Muggenthaler – Herausgeber: Tulipan Verlag – Erscheinungsjahr: 2016 – Buchlänge: 48 Seiten – Altersempfehlung: ab 3 Jahren – Preis: 16,95 € – ISBN: 978-3864292293 – Hier kaufen

Meine Meinung

Das Cover und der Titel sind recht zurückhaltend, wenn es darum geht, zu erahnen, worum es in dem Bilderbuch geht. Daher eignen sich beide sehr gut, um zunächst die Schüler*innen Vermutungen anstellen zu lassen: ‚Wohin könnte Paula reisen?‘, ‚Welche Rolle spielt die Farbe rot?‘ usw. Hier könnten auch schon ein paar runde und eckige Objekte gezeigt werden, um das Vorwissen der Kinder hierzu zu aktivieren.

Die Geschichte hat eine sich wiederholende Struktur. Zuerst reist Paula in das Land der Kreise. Hier ist nur Rundes erlaubt, weswegen Paula auch nicht so richtig hineinpasst. Daher kommt die Kugelpolizei und Paula wird an das Land angepasst: Mit Locken und Punkten auf ihrem Pyjama. Außerdem wird ihr erklärt, was in diesem Land nicht erlaubt ist – alles mit Ecken wie Knäckebrot und Schokolade. Doch irgendwie gelingt es Paula, in das nächste fantastische Land zu reisen.

Im Land der tausend Ecken erlebt Paula etwas ähnliches. Auch hier kommt die Polizei (Eckenpolizei genannt) und passt sie an, so gut es geht. Paula erfährt erneut, was in diesem Land erlaubt und verboten ist. Keine Melonen, keine Teller und keine Bälle darf es geben. Zum Glück kann Paula erneut fliehen. Doch auch in den beiden folgenden Ländern (Land der roten Töne und Land Kopfunter) muss sie diese Erahrung machen.

Neben dem Text in Reimform (Kreuzreim) von Paul Maar spielen auch die Bilder eine sehr wichtige Rolle. Diese sind sehr detailreich und eher abstrakt. Mal sind die Illustrationen farbig, mal vorwiegend in schwarz-weiß gehalten. Die Bilder erzählen aber auch noch über den Text hinaus. So springen auch einige andere Wesen aus dem Land der Kreise in das Land der Ecken (und die folgenden Länder) und müssen ebenso wie Paula angepasst und geschult werden.

Eines der Themen, um die es in dem Bilderbuch geht, ist die Dazugehörigkeit und Anpassung an die Erwartungen anderer. Paula passt nie so ganz in ein Land, also muss sie sich verändern. Hier könnte mit den Kindern kritisch über dieses Vorgehen diskutiert werden. Impulsfragen könnten sein: ‚Ist es wirklich wichtig, wenn in einer Gruppe alle möglichst gleich sind?‘ oder ‚Ist es wirklich schlimm, anders zu sein?‘.

Aber auch für andere Fächer wie Mathematik und Kunst eignet sich dieses Bilderbuch, etwa als Einstieg in die Flächen- oder Formenlehre. Die beiden ersten Länder im Bilderbuch bieten sich hierfür hervorragend an. Hier können die Kinder entdecken, was alles rund oder eckig ist. Sie können überlegen, was in dem jeweiligen Land noch nicht erlaubt ist. Außerdem lernen sie im Bilderbuch (und sei es nur auf der Bildebene) geometrisches Werkzeug wie Zirkel, Lineal und Geodreieck kennen.

Im Kunstunterricht können Farben behandelt werden. Im Buch kommt zwar nur das Land der roten Töne vor, aber dies kann durch die Kinder hervorragend erweitert werden. So könnten sie ein Land der blauen/grünen/gelben Töne malen. Sie könnten auch ein Land Kopfunter gestalten, etwa mit einem Schuhkarton und Objekten, die alle kopfüber stehen.

Ich bin begeistert! Das Cover und der Titel versprechen zwar nicht so viel, aber umso überraschter ist man, sobald man sich auf die Geschichte und die Bilder einlässt. Hier ergeben sich beim Lesen und Betrachten viele Möglichkeiten, das Bilderbuch im Kindergarten oder in der Grundschule zu thematisieren, etwa für den Mathematik- oder den Kunstunterricht. Gleichzeitig bietet das Buch durch die gelungene Reimform Möglichkeiten zur Sprachförderung. Sehr zu empfehlen!

5 Sterne

Das Bilderbuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Tulipan Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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