[Rezension] Wer klopft da in der Weihnachtsnacht?

Wer klopft da in der Weihnachtsnacht?, 9783789110726

Ein Buch, auf das ich seit der Buchmesse sehnsüchtig gewartet habe, ist dieses weihnachtliche Buch für Leseanfänger aus dem Oetinger Verlag. Hier treffen in der Weihnachtsnacht viele einsame Tiere aufeinander und landen letztendlich bei einem kleinen Kind im Stall – eine etwas andere Heranbringung der biblischen Weihnachtsgeschichte mit Reimen von Ursel Scheffler und Illustrationen von Verena Körting.

Inhalt
Bo Bär lebt ganz allein in einem Häuschen im Wald und fühlt sich sehr einsam. Da klopft es plötzlich an der Tür und davor steht das Schwein, das nach einem sicheren Unterschlupf sucht. Und das ist nicht der einzige Überraschungsgast in dieser Nacht. Es folgen noch ein Specht, ein Reh, ein Hund und so einige andere einsame Tiere. Dann erfahren sie, dass in einem Stall ein kleines, ganz besonderes Kind geboren ist und so machen sie sich mit Geschenken auf den Weg, um die Geburt zu feiern und es auf der Welt willkommen zu heißen.

Buchdetails
Autorin: Ursel Scheffler – Illustratorin: Verena Körting – Herausgeber: Oetinger – Reihe: Lesestarter – Erscheinungsjahr: 2019 – Buchlänge: 64 Seiten – Altersempfehlung: ab 6 Jahren – Preis: 8 € – ISBN: 978-3789110726 – Hier kaufen

Meine Meinung
Nachdem ich euch bereits ein weihnachtliches Buch aus der wunderbaren Reihe Lesestarter vom Oetinger Verlag vorgestellt habe, folgt nun ein Buch, das ich dieses Jahr auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt habe und das mich von den wunderbar weihnachtlichen Illustrationen in den warmen Farben direkt angesprochen hat.

Hierbei handelt es sich um eine Geschichte von Ursel Scheffler, die zunächst im Wald beim Zuhause des Bären Bo spielt. Die Tiere haben alle einen Grund, warum sie alleine oder einsam sind, und so kommt es, dass sie in dieser besonderen Nacht zusammentreffen. Die Geschichte handelt von Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt. Obwohl die Tiere alle ganz unterschiedlich sind, rücken sie zusammen und helfen sich gegenseitig. Gerade der Bär ist hier ein Vorbild, denn er weiß für jedes Problem eine Lösung.

Was mir besonders gut gefällt, ist, dass die Geschichte komplett in Reimform geschrieben ist. Die Strophen und Reime klingen sehr ansprechend und nicht erzwungen oder gequetscht. Bei jedem neuen Tier, das an die Tür klopft, wird der gleiche Satz verwendet: „Da klopft’s, und draußen steht …“. Die Auflösung, d.h. das jeweilige Tier, bleibt offen und wird dann als Titel für das nächste Kapitel verwendet (z.B. … das Schwein). So haben die Kinder die Möglichkeit, aufgrund des Reimworts das Tier zu raten. Meine Tochter hat beim Vorlesen großen Spaß daran.

Da es sich bei diesem Buch um eine Geschichte für die Reihe Lesestarter handelt, ist natürlich auch wichtig, wie geeignet der Text für die vorgesehene Zielgruppe ist. Das Buch ist für die 1. Lesestufe vorgesehen, d.h. für Kinder in der 1. Klasse. Diese Lesestufe zeichnet sich durch eine sehr große Fibelschrift, einfache Wörter und kurze Sätze sowie viele Bilder zur Unterstützung des Leseverständnisses aus. Pro Seite liegt der Textanteil bei maximal sechs Sätzen. Nebensatzkonstruktionen gibt es nur selten und die Wörter sind weitestgehend einfach, aber vereinzelt auch fordernd. Auch der Zeilenabstand ist angemessen groß für ein angenehmes Lesen.

Die Illustrationen finde ich auch sehr ansprechend. Sie sind sehr niedlich, mit weichen Linien, warmen Farben und viel Liebe zum Detail. Einige Illustrationen erstrecken sich über eine oder zwei Seiten, andere sind kleiner und zeigen nur ein Tier oder ein Detail. Die Illustrationen sind sehr weihnachtlich, mit viel Weihnachtsdeko und Schnee. Hier verwirrt der zweite Teil der Geschichte dann aber, da es hier um Jesu Geburt geht – die natürlich vor der Entstehung von Weihnachtstraditionen wie einem geschmückten Weihnachtsbaum – und natürlich auch vor der Erfindung von Ohrenwärmern und Rucksäcken. Kinder stören sich an solchen Details aber vielleicht eher nicht.

Am Ende finden sich viele Seiten mit Rätseln und Spielen. Die Rätsel beinhalten oft das genaue Lesen oder Betrachten der Bilder. Einige Rätsel können bereits mit kleineren Kindern nach dem Vorlesen gemacht werden, etwa die Bildrätsel. So hat meine Tochter nach dem Vorlesen noch sagen können, welches Tier den roten Pulli oder die rosa Ohrenschützer getragen hat. Und auch die phonologische Bewusstheit kann durch das Finden von Reimwörtern trainiert werden. Die Spiele sind meist für zwei oder mehr Spieler konzipiert und daher gut für die Grundschule geeignet.

Mir gefällt dieses neue Buch meiner Lieblingsreihe für Erstleser wieder richtig gut. Die Geschichte hat eine schöne Message und nebenbei lernen die Kinder auch ein bisschen etwas über die Herkunft von Weihnachten. Der Text ist für lesestarke Kinder ab etwa der Mitte des 1. Schuljahres gut geeignet und wird durch die bezaubernden Illustrationen bereichert. Das Buch eignet sich auch zum Vorlesen für jüngere Kinder – meine dreijährige Tochter möchte es immer wieder hören. Von mir bekommt das Buch daher 5 Sterne.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Oetinger Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Auf meinem Instagram-Account könnt ihr bis morgen, 18.12. um 18 Uhr, ein Exemplar gewinnen. Schaut vorbei 🙂

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