[Rezension] Die Schneeschwester

Letztes Jahr habe ich dieses Schätzchen in einem Buchladen entdeckt und war direkt verliebt. Als ich es dann gelesen (und betrachtet) habe, wurde mein erster Eindruck noch bestätigt. Daher ist auch dieser weihnachtliche Graphic Novel von Maja Lunde und Lisa Aisato Teil meines Adventskalenders – und in meiner Rezension möchte ich euch ebenfalls für dieses Werk begeistern. Darum: Bitte weiterlesen!

Inhalt
Julian liebt Weihnachten über alles – nicht allein deshalb, weil er an Weihnachten Geburtstag hat und nach diesem Fest benannt wurde. Doch dieses Jahr ist alles anders… Nach dem Tod seiner älteren Schwester herrscht in Julians Familie alles andere als Weihnachtsstimmung. Julians Schwester fehlt gerade in dieser sonst eigentlich fröhlichen Zeit mehr denn je: Ihr Lachen, ihre lebensbejahende Art. Eines Tages trifft Julian ein Mädchen namens Hedvig. Sie versucht, bei Julian wieder ein weihnachtliches Gefühl hervorzurufen. Beim Spielen und Kakaotrinken in ihrem Haus – der wunderbar weihnachtlichen Villa Mistel – würde sogar der größte Weihnachtsmuffel Vorfreude auf Weihnachten entwickeln. Aber wie soll Julian seine Eltern überzeugen, Weihnachten doch zu feiern? Und was für ein Geheimnis hat Hedvig, in deren Nähe plötzlich öfter ein älterer Mann auftaucht?

Buchdetails
Autorin: Maja Lunde – Illustratorin: Lisa Aisato – Übersetzer: Paul Berf – Herausgeber: btb – Erscheinungsjahr: 2018 – Buchlänge: 200 Seiten – Altersempfehlung: ab 10 Jahren – Preis: 15 € – ISBN: 978-3442758272 – Hier kaufen*

Meine Meinung
Maja Lunde hat mit Die Schneeschwester ihr erstes Buch herausgebracht, das auch bereits an Kinder gerichtet ist – ich werde hier nicht von ‚Kinderbuch‘ sprechen, denn meiner Meinung nach ist das Buch für jede Altersklasse ab etwa 10 Jahren geeignet. Bereits das Cover verspricht eine Geschichte, die einen ganz besonderen Weihnachtszauber versprüht. Hier sehen wir viele detaillierte Illustrationen auf einem roten Hintergrund. Die eigentliche Magie wird aber durch die glitzernden Schneeflocken hervorgerufen, was einfach nur wunderschön ist!

Ich war trotz des Covers, das mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat, erst ein bisschen skeptisch. Denn beim Lesen der Inhaltsangabe erfährt man, dass auch traurige Themen wie Tod und Trauer eine gewisse Rolle in dem Buch spielen. Mir war nicht bewusst, ob diese Themen eher im Hintergrund behandelt werden oder aber die Grundstimmung des Buches einnehmen. Zu Beginn, aber auch im Laufe der Geschichte gibt es immer wieder Szenen oder Beschreibungen, die mit dem Tod von Julians Schwester und der Trauer der Hinterbliebenen zu tun haben. Auch gegen Ende spielt das Thema wieder eine tragende Rolle.

Und ich möchte hier nichts verschönigen – denn: Ich fand die Geschichte auch vereinzelt sehr traurig. Das ist für die Handlung der Geschichte aber auch angemessen, denn so können wir die Gefühle der Protagonisten viel besser nachvollziehen. Außerdem gehört der Tod zum Leben dazu – auch zu Zeiten, in denen wir die Verstorbenen wahrscheinlich am meisten vermissen: Zu Weihnachten. Das Buch gibt vor diesem Hintergrund Hoffnung und zeigt gerade betroffenen Kindern, dass es in Ordnung ist, trotz des Verlustes irgendwann wieder Weihnachten zu feiern und sich zu freuen. Und für Kinder, die diese Gefühle noch nicht kennen, bietet es die Möglichkeit, sich in Julian und andere Betroffene hineinzuversetzen und ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass jeder Mensch mit der Trauer unterschiedlich umgeht – sei es mit Wut, Nicht-Akzeptanz, Verdrängung oder Vermeidung des Themas.

Trotz dieses ernsten Themas bietet das Buch auch eine andere Seite. Es versprüht gerade durch Hedvig und die Villa Mistel eine wunderbare Weihnachtsstimmung. Dies wird durch die sehr bildhaft beschriebenen Orte und Personen, aber auch die Darstellung der Gefühle wunderbar erreicht. Hedvig ist durch ihre Art ein sehr starker Kontrast zu Julian. Und dennoch entwickeln sie eine wunderbare Freundschaft, die für Julian und seine Familie so einiges verändert. Nicht nur die Personen zeichnen sich durch Kontraste aus, sondern auch die Orte und natürlich die Gefühle. Während die Villa Mistel ein Ort der Geborgenheit und der Wärme zu sein scheint, ist Julians Zuhause von Kälte und Trostlosigkeit geprägt. Und auch der Kontrast zwischen Freude und Trauer ist allgegenwärtig.

Nicht nur Orte, sondern auch Emotionen werden so präzise dargestellt, dass man sie beinahe nachempfinden kann. Lunde spricht an vielen Stellen die unterschiedlichsten Sinne an – etwa den Geruchssinn, wenn man beinahe den Duft von Tannennadeln und von Clementinen wahrnimmt und den Geschmackssinn, der sich an die letzte heiße Schokolade erinnert. All dies macht die Geschichte erst zu dem, was sie ist – einem wunderbaren, magischen und weihnachtlichen Erlebnis.

Neben der gefühlvollen, magischen und auch spannenden Geschichte über eine wunderbare Freundschaft spielen auch die Illustrationen von Lisa Aisato eine besondere Rolle. Ich habe mich von der ersten Seite an in ihre Darstellung der Figuren und der Orte verliebt. Auch sie versteht es, durch ihre Illustrationen Gefühle sehr deutlich zu veranschaulichen und durch die Farbgebung die Atmosphäre und insbesondere die Kontraste hervorzuheben. Die Illustrationen vermitteln einen sehr lebendigen Eindruck der Personen und sind mit viel Liebe zum Detail gezeichnet, sodass es eigentlich immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Durch Sprenkel und eine verschwommene Darstellung wirken die Bilder oft magisch und noch besonderer.

Ich finde dieses Buch so, so gelungen! Es ist wirklich ein Buch, das auf den ersten Blick verzaubert und auch durch das schöne Cover nicht zu viel verspricht. Die traurige, aber hoffnungsvolle und durch und durch weihnachtliche Geschichte kann als Ganzes oder als Adventskalender (24 Kapitel) gelesen werden. Ich bin immer noch nicht sicher, aber welcher Klasse man das Buch vorlesen könnte. Ich würde sagen, frühstens ab der 4. Klasse, vorausgesetzt, die Themen Tod und Trauer wurden bereits behandelt. Es kommt natürlich auch immer auf die jeweiligen Schüler in einer Klasse an. Ansonsten kann ich das Buch aber auf jeden Fall auch für jeden Erwachsenen empfehlen, denn meiner Meinung nach ist die Altersgrenze offen. Von mir bekommt dieses wunderbare Werk 5 Sterne.

Ich habe das Buch letztes Jahr bereits für die Website Fabelhafte Bücher rezensiert. Die Rezension findet ihr hier. Bis morgen, 2. Dezember um 18 Uhr, habt ihr die Möglichkeit, das Buch auf meinem Instagram-Account zu gewinnen. Schaut vorbei 🙂

Bildquelle: Amazon

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