[Rezension] Es war einmal ein magisches Buch

Das Buch, das ich euch heute vorstelle, ist etwas ganz Besonderes – in vielerlei Hinsicht. Gemeinsam mit den Freunden Jakob und Sofie reisen wir in ein magisches Buch und gelangen dort in die unterschiedlichsten Geschichtenwelten. Aber damit nicht genug. Dieses Bilderbuch ist wimmelbildartig aufgebaut und bezieht den Leser / die Leserin aktiv mit ein – durch kleine Aufgaben, die Sofie und Jakob helfen sollen, vor der bösen Hexe zu entkommen. So motivierend und spannend war ein Vorlesenachmittag selten – und das für die ganze Familie!

Inhalt

Jakob und Sofie kommen eines nachmittags an einem geheimnisvollen Spielzeugladen vorbei. In diesem Laden gibt es viel zu entdecken – unter anderem einen goldenen Schlüssel und ein wunderbares blaues Buch. Mit dem Schlüssel gelangt man in das Buch und schon sind die beiden Freunde mitten im Abenteuer. Vom Märchenwald, über die Pirateninsel und eine eisige Schneelandschaft gelangen sie in eine magische Unterwasserwelt, schlemmen im Schlaraffenland und haben Spaß auf dem Jahrmarkt. Wenn da nur nicht die böse Hexe wäre, die sie von Abenteuer zu Abenteuer jagt, um an den goldenen Schlüssel zu gelangen. Als es ihr endlich gelingt, scheint alles verloren …

Buchdetails

Autorin: Lily Murray – Illustratorin: Katie Hickey – Übersetzerin: Seraina Maria Sievi – Herausgeber: orell füssli – Erscheinungsjahr: 2019 – Buchlänge: 32 Seiten – Altersempfehlung: ab 4 Jahren – Preis: 14,95 € – ISBN: 978-3280080092 – Hier kaufen

Meine Meinung

Bereits das Cover dieses Bilderbuch hat mich so sehr angesprochen, dass es bereits seit einiger Zeit auf meinem Wunschzettel ist. Auf dem Cover sehen wir ein dunkelblaues Buch mit einem Schlüsselloch, einen goldenen Schlüssel, den Titel in goldener Schrift und vieles, vieles mehr, was es bereits vor dem Aufschlagen des Buches zu entdecken gibt. So lädt das Cover bereits dazu ein, dass Kinder ihre Vermutungen über die Abenteuer, die Jakob und Sofie erleben werden, äußern.

Bevor es mit dem Abenteuer losgeht, gibt es eine Doppelseite mit einer kurzen Einführung in das Buch und einer Vorstellung der wichtigsten Charaktere. Auch hier gibt es bereits einige interaktive Impulse, die die Kinder beim Lesen und Betrachten im Hinterkopf behalten sollen. So können sie die drei Mäuse in jeder Szene wiederfinden und ihnen bei Gefahr helfen. Sie können den Riesen beobachten und Mutmaßungen darüber anstellen, auf wessen Seite er steht. Und sie können einiges an Spielzeug aus dem Laden in der magischen Buchwelt wiederfinden. Langweilig wird es also nie – auch wenn man das Buch bereits einmal gelesen hat.

Die Geschichte beginnt im geheimnisvollen Spielzeugladen, wo die kleinen Leser dazu beitragen, dass Sofie und Jakob überhaupt in das magische Buch reisen können. Sie müssen dafür nämlich erst einmal das blaue Buch und den goldenen Schlüssel finden. Sobald diese Suchaufgabe erfüllt ist, geht es direkt ab ins Abenteuer. Im blauen Buch warten viele Geschichtenwelten auf die Kinder: ein Märchenwald, eine Pirateninsel, eine Stadt wie aus 1001 Nacht, ein Schlossfest, eine Unterwasserwelt und einiges mehr.

Die unterschiedlichen Szenen sind super gewählt, denn so werden nicht nur die Interessen bestimmt aller Kinder befriedigt, sondern die Kinder bekommen gleichzeitig einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, die Bücher bieten. Durch Bücher gelangt man die unterschiedlichsten Welten und Abenteuer: Man sucht nach einem Piratenschatz, kämpft im Turnier gegen andere Ritter, begegnet Drachen und Meerjungfrauen oder futtert sich durch das Schlaraffenland. Wenn dieses Buch Kinder nicht davon überzeugen kann, wie toll das Lesen ist – dann weiß ich es auch nicht.

Die Bilder sind allesamt farbig, mit vielen Strukturen und Details und definitiv sehr wimmelig. Überall gibt es etwas anderes zu entdecken! Die Farbwahl ist pro Szene immer recht harmonisch, mal überwiegen Grün-, mal Rottöne. Auch dies kann die Suche nach bestimmten Gegenständen zusätzlich erschweren. Als Hinweis gibt es allerdings meist einen leuchtenden Schimmer in der Nähe der gesuchten Objekte. Meist sind die Suchaufträge eindeutig, manchmal auch versteckt in einer geheimen Botschaft. Einige Objekte sind aufgrund der manchmal nicht so eindeutigen Farbdarstellung auf den Bildern allerdings nicht so einfach zu finden. Wie gut, dass es hinten eine Lösung gibt – wenn selbst die Erwachsenen nicht mehr weiterwissen.

Neben den zur jeweiligen Szene passenden Charakteren treffen wir auf den Bildern auch immer wieder bekannte ‚Gesichter‘ an: Zum Einen die Antagonistin, die böse Hexe, die in jeder Welt versucht, den goldenen Schlüssel zu bekommen. Sie findet man zudem auf vielen Gesucht-Plakaten oder Zeitungsartikeln wieder. Außerdem tauchen auch die drei Mäuse, der Spielzeughändler und der Riese immer wieder auf. Hierauf muss man beim ersten Lesen und Betrachten aber definitiv nicht den Fokus legen, denn da ist man zu beschäftigt mit den eigentlichen Aufträgen, die die beiden Kinder vor der bösen Hexe retten sollen. Dadurch bleibt es bis zum Ende spannend und man fühlt sich als aktiver Teil des Abenteuers – ungemein motivierend!

Ich bin ein ganz, ganz großer Fan von diesem Bilderbuch. Ich habe natürlich aufgrund des tollen Covers schon recht viel erwartet und wurde definitiv nicht enttäuscht. Das Buch hat so viel Potenzial – sei es für die Lesemotivation, die Sprachfähigkeiten oder die Bildkompetenzen von Kindern. Da dieses Buch schon recht komplex ist, was die Bilder und die Suchaufträge angeht, würde ich es frühestens ab 4 Jahren empfehlen – und selbst da war meine Tochter doch ab und zu noch überfordert (und die Eltern auch!). Das Buch eignet sich daher definitiv auch für die Grundschule.

5 Sterne

Das Bilderbuch wurde mir als Rezensionsexemplar von orell füssli zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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